Gebrauchtes Handy kaufen in Deutschland
Gebrauchte Handys wechseln in Deutschland vor allem über Kleinanzeigen, eBay und Refurbished-Shops wie Back Market, rebuy oder refurbed den Besitzer. Die häufigsten Probleme: ein noch aktives iCloud- oder Google-Konto, ein schwacher Akku, Diebesgut und gefälschte Bezahl-Links. So prüfst du ein Handy, bevor du bezahlst.
Wo man in Deutschland gebrauchte Handys kauft
- Kleinanzeigen: Meist Abholung mit Barzahlung. „Sicher bezahlen“ bietet Käuferschutz, aber nur, wenn du die Zahlung selbst in der App startest. Nie über einen Link aus dem Chat, per SMS oder WhatsApp bezahlen.
- eBay: Der eBay-Käuferschutz greift, wenn du über eBay bezahlst und das Handy nicht ankommt oder nicht der Beschreibung entspricht.
- Refurbished-Shops (Back Market, rebuy, refurbed, Amazon Renewed): Teurer als privat, aber du kaufst bei einem Händler: mit gesetzlicher Gewährleistung und 14 Tagen Widerrufsrecht beim Online-Kauf.
- Handyläden und Reparaturshops: Auch hier gilt die Gewährleistung. Lass dir eine Rechnung geben, sie belegt auch die Herkunft des Geräts.
Prüfen, ob es gestohlen ist
Eine öffentliche, kostenlose IMEI-Sperrliste gibt es in Deutschland nicht, und die Netzbetreiber sperren gestohlene Handys meist nicht über die IMEI. Ein gestohlenes Handy kann also ganz normal funktionieren. Entscheidend ist deshalb die Herkunft: Wähle *#06# am Handy selbst, vergleiche die IMEI mit Karton und Rechnung und prüfe sie mit unserem IMEI-Checker auf Gültigkeit. Wichtig: Gestohlene Sachen kann man nach deutschem Recht nicht gutgläubig erwerben (§ 935 BGB). Taucht das Handy später als gestohlen auf, kann die Polizei es einziehen, und dein Geld ist weg.
SIM-Lock und Netz
SIM-Lock ist in Deutschland selten geworden, die meisten Handys sind frei. Teste trotzdem mit deiner eigenen SIM-Karte und führe einen Anruf. Die 3G-Netze sind abgeschaltet: Bei älteren oder importierten Geräten prüfe, ob das Modell Telefonie über 4G (VoLTE) in deinem Netz unterstützt.
Deine Rechte
Kaufst du bei einem Händler, hast du die gesetzliche Gewährleistung. Bei Gebrauchtware darf er sie auf ein Jahr verkürzen, aber nicht weiter. Beim Online-Kauf vom Händler kommen 14 Tage Widerrufsrecht dazu. Privatverkäufer dürfen die Gewährleistung ausschließen („gekauft wie gesehen“), haften aber trotzdem, wenn sie einen bekannten Mangel verschweigen. Bei Streit mit einem Händler hilft die Verbraucherzentrale.
Häufige Betrugsmaschen
- Gefälschte „Sicher bezahlen“-Links: Ein angeblicher Käufer oder Verkäufer schickt per Chat, SMS oder WhatsApp einen Link zu einer nachgebauten Kleinanzeigen-Seite, um deine Kartendaten abzugreifen.
- Vorkasse per Überweisung oder PayPal „Freunde und Familie“ an Unbekannte. Dabei gibt es keinen Käuferschutz, das Geld ist weg.
- Die Aktivierungssperre ist noch an: Der Verkäufer hat sich nicht von seiner Apple-ID abgemeldet, und das iPhone ist nach dem Zurücksetzen unbrauchbar.
- Ein billiges Nachbau-Display oder ein Fremdakku, der nach wenigen Wochen ausfällt. Beim iPhone zeigt Einstellungen › Allgemein › Info die Teile- und Servicehistorie.
- Versandangebote mit Fotos aus dem Internet, oder ein Paket, in dem ein anderes Gerät steckt.
Sicher bezahlen
Am sichersten ist die Abholung: an einem belebten Ort treffen, alles testen, dann bar bezahlen. Musst du per Versand kaufen, nutze den Käuferschutz der Plattform (Kleinanzeigen „Sicher bezahlen“ in der App, Zahlung über eBay oder PayPal „Waren und Dienstleistungen“), nie eine Überweisung an Unbekannte.
Hardware testen, bevor du bezahlst
- Öffne mxmob.com/check auf dem Handy selbst und tippe auf Test all. Geprüft werden Display, Touch, Lautsprecher, Mikrofon, Kameras, Sensoren, Tasten, Laden und WLAN, in etwa 10 Minuten und ohne App. Einzeltests auf Deutsch: Touchscreen, Pixelfehler, Mikrofon, Kamera.
- Wähle *#06# und vergleiche die IMEI mit Karton, Rechnung und den Einstellungen.
- Der Verkäufer meldet sich vor deinen Augen aus iCloud oder Google ab und setzt das Handy zurück.
- Prüfe den Akkuzustand (iPhone: Einstellungen › Batterie › Batteriezustand) und ob Teile getauscht wurden.
- Leg deine SIM-Karte ein und führe einen Anruf.
Alle Punkte im Detail stehen in der Checkliste für gebrauchte iPhones.
Häufige Fragen
Wie erkenne ich, ob ein gebrauchtes Handy gestohlen ist?
Eine öffentliche Sperrliste gibt es in Deutschland nicht. Lass dir Rechnung und Karton zeigen, vergleiche die IMEI (*#06#) damit, und lass den Verkäufer sich vor dir aus iCloud oder Google abmelden und das Handy zurücksetzen. Ein auffällig niedriger Preis ohne Belege ist ein Warnzeichen.
Habe ich Gewährleistung, wenn ich privat kaufe?
Meist nicht: Privatverkäufer dürfen sie ausschließen („gekauft wie gesehen“). Sie haften nur, wenn sie einen bekannten Mangel verschwiegen haben. Deshalb vor dem Bezahlen testen.
Ist Refurbished besser als privat?
Refurbished kostet mehr, dafür kaufst du bei einem Händler mit mindestens einem Jahr Gewährleistung und beim Online-Kauf 14 Tagen Widerrufsrecht. Privat ist günstiger, das Risiko trägst aber du.
Welche Akkukapazität ist bei einem gebrauchten iPhone okay?
Ab etwa 85 % ist der Akku in Ordnung. Zwischen 80 und 85 % steht bald ein Tausch an. Unter 80 % solltest du die Kosten für einen neuen Akku vom Preis abziehen.